strafrecht10

Strafvollstreckung


Auch nach der Inhaftierung hört die Strafverteidigung nicht auf.

 

Dies betrifft die Vertretung vorzeitigen Entlassung aus der Strafhaft und Aussetzung der Reststrafe auf Bewährung.

 

Gemäß § 57 Abs. 1 StGB setzt das Gericht nach zwei Dritteln der verhängten Gesamtstrafe die Reststrafe zur Bewährung aus, wenn

  • mindestens zwei Monate der Strafe verbüßt sind (Untersuchungshaft wird angerechnet)
  • dies unter Berücksichtigung des Sicherheitsinteresses der Allgemeinheit verantwortet werden kann und
  • der Verurteilte einwilligt.

 

Bei der Entscheidung wird insbesondere berücksichtigt: die Persönlichkeit des Verurteilten, sein Vorleben, die Umstände seiner Tat, das Gewicht des bei einem Rückfall bedrohten Rechtsgutes,

dein Verhalten im Vollzug, die Lebensverhältnisse und die zu erwartenden Auswirkungen der vorzeitigen Entlassung

 

Gemäß § 57 Abs. 2 StGB setzt das Gericht nach Verbüßung der Hälfte der verhängten Strafe die Reststrafe zur Bewährung aus, wenn

  • der Verurteilte erstmals eine Freiheitsstrafe verbüßt und deren Dauer zwei Jahre nicht übersteigt oder
  • die Gesamtwürdigung von Tat, Persönlichkeit des Verurteilten und seiner Entwicklung während des Strafvollzugs ergibt, dass besondere Umstände vorliegen.

Auch die Voraussetzungen, die für die Entlassung nach „Zwei-Drittel“ vorliegen müssen, müssen auch hier gegeben sein: Zustimmung des Gefangenen, günstige Sozialprognose

 

57a StGB

Eine lebenslängliche Freiheitsstrafe kann frühestens nach 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden. Außerdem ist wiederum die Einwilligung des Gefangenen und eine positive Einschätzung seines Verhaltens nach der Entlassung notwendig. Deutlich länger kann es dauern, wenn im Urteil die Schwere der Schuld des Verurteilten festgestellt wurde.

 

 

Wichtige Punkte in der Vertretung im Strafvollzug sind die gerichtliche Durchsetzung etwa von Vollzugslockerungen oder suchtmedizinische Behandlung.