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Durchsuchung, Festnahme und (Untersuchungs-)Haft


Durchsuchung

Im Rahmen von Strafverfahren kann zu Durchsuchungen von Wohn- oder Geschäftsräumen kommen. Die Durchsuchungen dienen der Beweissicherung. Sie dürfen einen Anwalt hinzuziehen.

Wichtig: Lassen Sie sich den Durchsuchungsbeschluss aushändigen und bestehen Sie darauf, dass Ihnen eine Kopie überlassen wird.

Auch bei einer Durchsuchung gilt: Sie müssen sich gegenüber den Ermittlungsbeamten nicht inhaltlich äußern. Vermeiden Sie unbedingt jede spontane Äußerung vor Ort.

Erklären Sie sich ausdrücklich nicht einverstanden mit der Sicherstellung von Gegenständen; geben Sie hierzu keinerlei Erklärung ab. Sämtliche sichergestellte Gegenstände müssen in einem Protokoll vermerkt sein. Achten Sie darauf, dass die Auflistung korrekt ist und die Gegenstände durch Beschreibung identifizierbar sind.

Wenn aus dem Durchsuchungsbeschluss ersichtlich ist, dass die Behörden ganz bestimmte Gegenstände suchen, geben Sie diese ggf. freiwillig an die Beamten heraus. Erklären Sie sich auch hier nicht mit der Sicherstellung einverstanden. Die Herausgabe verkürzt jedoch die Durchsuchung und verhindert weitere „Zufallsfunde“.

Soweit Dokumente und Schriftstücke sichergestellt werden, versuchen Sie in Absprache mit den Ermittlungsbeamten, von diesen Dokumenten Kopien zu erstellen. Verweisen Sie zum Beispiel darauf, dass dies zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes notwendig ist.

Seien Sie sich darüber im Klaren, dass im Falle einer Durchsuchung in der Regel ein Ermittlungsverfahren gegen Sie eröffnet wurde. Sie sind nun Beschuldigter und sollten umgehend einen Rechtsanwalt kontaktieren, der sie von Anfang an strafrechtlich beraten wird.

Festnahme

Auch bei einer Festnahme sollten Sie bei der Polizei umgehend den Anwalt Ihres Vertrauens kontaktieren. Der Anwalt kann auch telefonisch oder vor Ort das Aktenzeichen der Staatsanwaltschaft erfragen und so umgehend Ihre Verteidigung anzeigen. Nur dann sind Ihre Rechte von Anfang an gewahrt.

Bei einer Verhaftung oder Festnahme wird der Beschuldigte in der Regel spätestens am nächsten Tag einem Haftrichter vorgeführt. Bereits bei diesem Termin kann ein  erfahrener Rechtsanwalt den Erlass oder die Vollstreckung eines Haftbefehls häufig verhindern.

Wenn Sie Angehörige eines Beschuldigten sind, der festgenommen wurde, können Sie den Beschuldigten mit der Suche eines guten Anwaltes unterstützen. Verlieren Sie keine Zeit!

Untersuchungshaft

Gerade im Bereich der schwereren Straftaten kann es zur Anordnung einer Untersuchungshaft kommen. In dem Fall wird Ihnen ein Haftbefehl verkündet. Wenn Sie bereits einen Anwalt haben, kann dieser bei dem Verkündungstermin anwesend sein. Er wird mit Ihnen mit der Möglichkeit der Akteneinsicht die rechtlichen Schritte beraten und die Rechtsmittel einlegen (Haftbeschwerde oder Haftprüfung).

Als Verteidigerin werde ich den Beschuldigten unterstützen, entweder die Untersuchungshaft zu verhindern oder frühzeitig zu beenden.

Vor Vollstreckung der Untersuchungshaft muss Ihnen ein Pflichtverteidiger beigeordnet werden. Benennen Sie unbedingt den Verteidiger Ihres Vertrauens. Auch im weiteren Verfahren können Sie immer einen Wahlverteidiger beauftragen.

Sprechen Sie mich an, ich möchte Sie bei den sogenannten Zwangsmaßnahmen unterstützen.